Praktisches Jahr in der Radiologie

Das praktische Jahr gilt für alle Medizinstudenten und findet im letzten Jahr des Medizinstudiums statt. Das Praktische Jahr dient als Wahlfach für Studenten um einige Arbeitsbereiche kennenzulernen und über den Tellerrand schauen zu können. Voraussetzung hierfür ist das Bestehen des zweiten Abschnitts der Prüfungen nach dem zehnten Semester. Im praktischen Jahr geht es vor allem um die praktische Erfahrungen, da das Studium zu Beginn eher theoretisch geprägt ist. Studenten können selber entscheiden entsprechend ihrer Spezialisierungswünsche bietet es sich an, dass das PJ genau in den Wunschabteilungen gemacht wird, jedoch bietet das PJ in der Radiologie einen wesentlichen Vorteil. Die Radiologie bietet aufgrund ihrer engen Vernetzung mit anderen Fachbereichen den optimalen Einblick in verschiedenste Abteilungen, wodurch als Student ein rundum Einblick gewährleistet wird.

Das PJ in der Radiologie umfasst in der Regel vier Arbeitsbereiche. Diese lernt der Praktikant innerhalb von vier bis sechs Wochen kennen, bevor die Rotation zum nächsten Arbeitsbereich erfolgt. Die Arbeitsbereiche können zum Teil nach eigenen Interesse gesetzt werden und sind zum Teil Pflicht. Vier mögliche Arbeitsbereiche umfassen den Thoraxarbeitsplatz, Skelettarbeitsplatz, Sonographie und Computertomografie. Die Schwerpunkte hängen aber natürlich auch von den Möglichkeiten der Krankenhäuser ab, in denen das Praktikum ausgeübt wird. Innerhalb des praktischen Jahrs erhalten Praktikanten neben den praktischen Erfahrungen trotzdem einige Kolloquien zu den verschiedensten Themenbereichen innerhalb der Radiologie. Dieses gilt nicht nur für Praktikanten, sondern auch für Assistenzärzte. Wer jedoch glaubt, er müsste daran nicht teilnehmen, weil er das im Rahmen des Studiums schon hatte, der irrt. Diese Lehraufträge sind Pflicht, außerdem bieten sie einen Überblick über das gesamte Fach und verschaffen einem Praktikant Ideen über die eigene mögliche Spezialisierung. Innerhalb der Mittagsbesprechungen werden interessante Fälle vorgestellt. Somit ist klar, das Praktische Jahr ist nicht so praktisch wie man anfangs glauben mag.

Doch was passiert drum herum? Am ersten Tag bekommt man den beliebten Kittel, der den Radiologen von einem einfachen Mitarbeiter unterscheidet. Man bekommt eine Rundführung durch die Radiologie von der Sekretärin und lernt alle Kollegen kennen. Als Praktikant kann man an so vielen Visiten teilnehmen, wie nur irgend möglich ist. Einen „Befundungsarbeitsplatz“ extra für den Praktikanten gibt es auch, so kann selber entschieden werden, welche Fälle man sich angucken möchte. Das Highlight: Man darf sie selbst befunden und sie werden später besprochen. Teilweise sind Assistenztätigkeiten auch als Praktikant schon möglich, dies hängt aber wohl eher von dem jeweiligen Betreuer ab. Aufklärungsgespräche und Zugänge legen oder Punktionen gehören als Praktikant eher zum Alltag, auch wenn es nicht Pflicht ist.

Das PJ dient also vor allem für eins: Lernen, Entdecken und bei Interesse auch ausprobieren. Als Entscheidung der weiteren Entwicklung und der möglichen Zukunft in der Radiologie. Das PJ muss aber auch kein praktisches Jahr sein, sondern kann kürzer gefasst werden.