Home

WEI WIRD MAN
RADIOLOGE?

 

Schon bevor ich mein Studium der Medizin begonnen hab, hatte ich lange den Wunsch, Arzt zu werden. Dabei ging es mir nicht nur darum, meinem Interesse für die menschliche Anatomie nachzugehen und Menschen zu helfen.

Nein, sind wir mal ehrlich: Als Arzt verdient man gutes Geld für ehrlich geleistete Arbeit. Und ich habe festgestellt, dass es gerade in ländlichen Gegenden nicht selten einen Fachärztemangel gibt. Während in meinem Dorf ein Haus- und ein Zahnarzt ortsansässig waren, fiel mir auf, dass gerade spezielle Ärzte fehlen. Meine Oma sollte geröntgt werden. Wir mussten sie erst kilometerweit in die nächstgelegene Großstadt fahren, um einen Radiologen zu finden. Alleine hätte sie die Strecke gar nicht zurücklegen können.

Und da es nicht schadet, sich schon vor dem Medizin-Studium Gedanken zu machen, in welche Richtung man gehen möchte, habe ich mir vorgenommen, die Radiologie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht interessiert sich ja der ein oder andere von euch dafür, in die Radiologie zu gehen, wenn das Studium beendet ist. Oder ihr überlegt, ob ihr ein Medizin-Studium in Angriff nehmen möchtet. Ich habe für euch das Thema Radiologie mal etwas genauer beleuchtet.

Was ist ein Radiologe, was macht er genau? Was gehört zur Radiologie Facharztausbildung dazu und welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein? Und wie sieht der Arbeitsalltag eines Assistenzarztes für Radiologie aus? Das alles, und viele weitere Informationen, die ich im Laufe der Zeit sammeln konnte, möchte ich im Folgenden mit euch teilen.

WARUM ES SICH LOHNT,
RADIOLOGE ZU WERDEN

WAS IST RADIOLOGE?

Noch bevor ich mich für die Spezialisierung im Studium entscheiden konnte, musste ich herausfinden, was genau eigentlich in der Radiologie so vor sich geht. Ein Radiologe ist ein Facharzt, so viel dürfte klar sein. Aber es gehört weit mehr dazu, als das Arbeiten mit bildgebenden Verfahren – am bekanntesten sind wohl der Ultraschall und das Röntgen.

Radiologen sind wichtige Schnittstellen in der Medizin, wenn es darum geht, Ursachen und Krankheitsbilder zu erkennen und diese entsprechend für mögliche Therapien vorzubereiten. Somit spielt die Radiologie auch in der Notfall-, Unfall- und Krebsmedizin eine entscheidende Rolle.

Dabei arbeitet er vor allem diagnostisch. Die Verfahren hierfür eignet er sich im Studium der Humanmedizin an und bildet sich bei der Facharztausbildung für Radiologie weiter.

Darunter fallen auch die möglichen Untersuchungsmethoden in der Radiologie: die Untersuchung mittels ionisierender Strahlungen, wie das Röntgen oder die Computertomografie (CT), mittels elektromagnetischer Wellen, wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder mittels mechanischer Wellen, wie beim Ultraschall. Meist untersucht der Radiologe mithilfe dieser Untersuchungsmöglichkeiten das Skelett, die Lunge, die Brust oder auch Magendarmtrakte.

Gerade Verfahren wie das CT oder das MRT machen es möglich, den Körper Schicht für Schicht zu durchleuchten und zu betrachten. Somit kann er in seinen verschiedenen Ebenen dargestellt werden.

Die Methoden werden häufig gerade in der Krebsprävention oder –entdeckung genutzt, um Metastasen und Tumore aufzuspüren, die sich eventuell im Körper befinden. Bei der Radiologie geht es primär darum, Grundlagenforschung für bestimmte Erkrankungen zu betreiben und physiologische und morphologische Veränderungen und Vorgänge im Körper aufzuzeigen.

Exkurs: Einer der Erfinder der Radiologie ist ohne Zweifel Professor Wilhelm Konrad Röntgen, der 1896 erstmalig von seinen neuen entwickelten Strahlen berichtete. Diese hatte er ein Jahr zuvor mit Hilfe einer speziellen Röhre entdeckt.

Seine Bezeichnung der Strahlen war „X-Strahlen“, erst später wurden sie nach ihm persönlich benannt. Bereits 1897 wurde das königliche Universitätsinstitut für die Untersuchung von Röntgenstrahlen gegründet. Im Jahr 1903 erhielt Herr Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik. Im Zeitraum der Entdeckung der Strahlen bis zum Jahr 1905 konnte auch festgestellt werden, inwiefern Röntgenstrahlen schädlich sind. Gerade zu Beginn waren die Röntgenstrahlen noch sehr gefährlich, so dass sogar Radiologen nach der Nutzung der Strahlung Gliedmaßen amputiert werden mussten.

In einigen Fällen endete das Experimentieren mit den Strahlen auch tödlich. 1905 wurde auch die Deutsche Röntgengesellschaft gegründet, die bis heute besteht. An der neugegründeten Universität in Hamburg wurde 1919 der erste deutsche Lehrstuhl für Radiologie eingerichtet.

Im Laufe der Jahre konnte die Strahlenbelastung beim Röntgen deutlich reduziert werden. Das funktionierte durch empfindlichere Filme und digitale Sofortbilder. Mit der Zeit kamen weitere bildgebende Verfahren hinzu, die die Radiologie komplettieren. Heute entwickelt sich vor allem die interventionelle Radiologie sehr schnell weiter.
Sie beinhaltet nicht nur die Diagnostik via Bildgebungsverfahren, sondern auch minimalinvasive, operative Eingriffe, bei denen der Radiologe gleichzeitig schaut, was im Inneren des Körpers vor sich geht.

WARUM SOLLTE ICH MICH AUF DIE RADIOLOGIE SPEZIALISIEREN?

 

Es ist natürlich eine Frage von der individuellen Einstellung und dem Interesse eines jeden Medizin-Studenten, auf was er sich im Endeffekt spezialisieren möchte. Viele möchten lieber praktischer zu Werke gehen und operieren. Aber die Radiologie ist ein enorm wichtiger Facharztbereich und genau hier besteht ein Mangel in Deutschland.

Dabei sind Bereiche wie die Radiologie wirklich wichtig und wegweisend. Radiologen können Diagnosen stellen oder absichern, wodurch die weiterführenden Maßnahmen und Therapien viel schneller eingeleitet werden können.

Und die diagnostische Medizin kann auch Leben retten!

In der Notfallmedizin ist es ausschlaggebend, dass schnell und gezielt gehandelt werden kann. Gerade nach Unfällen, bei schweren Verletzungen oder auch beim Verdacht auf Schlaganfälle, ist der Radiologe ein wichtiger Arzt. Er kann die Grundlagen für weitere Maßnahmen und eventuelle operative Eingriffe schaffen.

Durch die bildgebenden Verfahren kann er Dinge und Verletzungen sehen, die oberflächlich nicht sichtbar sind. Lebensrettend kann die Radiologie auch greifen, wenn Krebserkrankungen erkannt werden müssen. Durch die bildgebenden Verfahren, wie CT und MRT, können Krebserkrankungen schnell erkannt werden.

Aber auch weiterführend ist die Radiologie bei der Krebstherapie wichtig, beispielsweise wenn die Strahlentherapie notwendig wird, um den Krebs zu bekämpfen. Nicht umsonst bildet die Radiologie eine Art Schnittstelle zwischen verschiedenen Fachbereichen, die auf die diagnostischen Befunde des Radiologen angewiesen sind, um weiter handeln zu können.

Jetzt könnte man denken, dass der Beruf des Radiologen langweilig ist, weil es ja rein diagnostisch ist. Aber genau dieser Gedanke ist falsch!

Die Radiologie ist sehr umfassend und abwechslungsreich. Zum einen können sich Radiologen auf verschiedene Teilgebiete spezialisieren, zum Beispiel neben der diagnostischen Radiologie auf die Strahlentherapie oder die interventionelle Radiologie.

Oftmals ist der Patientenkontakt nur kurz, weil längerfristige Behandlungsverläufe eher selten auftreten. Aber gerade das bringt auch Abwechslung. Zumal ein Radiologe trotzdem sehr kommunikativ agiert, unter anderem mit den Kollegen aus den anderen Fachbereichen, denen er zuarbeitet. Das Spektrum an Krankheitsbildern und Patienten ist in diesem Beruf enorm vielschichtig, so dass auch der Arbeitsalltag immer abwechslungsreich bleibt.

Ein Radiologe kann auch in vielen Bereichen tätig werden, wie im Krankenhaus, in niedergelassenen Facharztkliniken, als Dozenten an Universitäten, in der Forschung oder für den Staat. Ebenfalls abwechslungsreich und spannend sind die Arbeitsgeräte der Radiologen. Es gibt viele verschiedene Untersuchungs- und Diagnosemethoden und die Radiologie entwickelt sich stetig weiter.

Hier noch einmal alle Vorteile auf einen Blick

  • Moderner Beruf mit Zukunftsaussicht
  • Diagnostische Arbeit mit viel Abwechslung
  • Kommunikative Arbeit durch großes Spektrum an Patienten und Kontakt zu anderen Fachbereichen
  • Schnittstelle zu vielen verschiedenen Fachbereichen, zum Beispiel Onkologie, Chirurgie
  • Klare Schichtsysteme, dadurch oft geregeltere Arbeitszeiten
  • Arbeitsalltag ist planbarer
  • Vielfältige Geräte und Einsatzbereiche

Als Radiologe wählt man einen spannenden, zukunftsorientierten, abwechslungsreichen und kommunikativen Job. Nicht umsonst wird der Radiologe nicht selten auch als Detektiv unter den Fachärzten bezeichnet.

DAS STUDIUM

WIE LANGE DAUERT EIN STUDIUM?

 

Die Radiologie Facharztausbildung kann man im Anschluss an sein abgeschlossenes Studium der Humanmedizin absolvieren. Das Medizinstudium dauert in der Regelstudienzeit sechs Jahre, also 12 Semester.

Die Facharztausbildung zum Radiologen umfasst weitere fünf Jahre. Von diesen fünf Jahren kann ein Jahr angerechnet werden, wenn man bereits in einem der Schwerpunktweiterbildungen des Fachbereichs gearbeitet hat oder in den Bereichen der unmittelbaren Patientenversorgung.

Wer möchte, kann ein Jahr davon in der Neurologie oder der Kinderheilkunde absolvieren. In den fünf Jahren als Assistenzarzt für Radiologie erfolgen viele verschiedene Untersuchungen an Erwachsenen und auch Kindern. Abgeschlossen wird die Ausbildung in der Regel mit der Prüfung zum Neurologen.

Wer während der Spezialisierung im Studium feststellt, dass er mehr neurologisch oder mit Kindern arbeiten möchte, kann zwei weitere Jahre eine Fortbildung mit den Schwerpunkten Kinder- oder Neuroradiologie machen. Für Assistenzärzte der Radiologie legt die Bundesärztekammer genau fest, welche Untersuchungen und Fähigkeiten während der Facharztausbildung durchgeführt beziehungsweise sich angeeignet werden müssen.

Voraussetzungen für den Beruf Facharzt für Radiologie


Die Voraussetzung für eine Fachausbildung zum Radiologen ist natürlich das Medizin-Studium. Aber wichtig sind auch noch andere Dinge. Wer schon während des Studiums feststellt, dass das Auswerten und Diagnostizieren von Bildmaterial faszinierend ist und Spaß macht, könnte die Spezialisierung im Studium anstreben.

Für das Auswerten und die Diagnose von Bildern sollte man aber auch über ein gutes Bildgedächtnis und räumliches Vorstellungsvermögen verfügen. Weitere Voraussetzungen sind natürlich auch gute Kenntnisse der Anatomie, Konzentrationsfähigkeit und Sorgfalt.

Zudem sollte man kommunikativ sein. Selbst wenn man als Radiologe nicht lange mit den Patienten zu tun hat, muss viel mit andere Ärzten und Fachabteilungen zusammengearbeitet werden.

Wo kann man studieren und wie sind die Zulassungsvoraussetzungen?

Obwohl es in Deutschland an Ärzten, vor allem Fachärzten, mangelt, ist der Einstieg nicht unbedingt einfach. Studieren kann man Medizin nur an Universitäten, unter anderem in Aachen, Berlin, Bochum, Duisburg-Essen, Dresden, Freiburg, Frankfurt, Greifswald, Hannover, Heidelberg, Köln, Leipzig, München und Würzburg.

Wer Medizin studieren möchte, weiß wahrscheinlich, dass ein sehr hoher Numerus Clausus, kurz NC, verlangt wird. Dieser sollte zwischen 1,0 und 1,5 liegen. Beworben wird sich in der Regel bei der zentralen Vergabestelle für die Medizin-Studiengänge.

Vorab kann man sich über die jeweiligen Zulassungsverfahren informieren, da die Studienplätze nicht in jeder Stadt gleich vergeben werden. Oftmals spielen auch andere Kriterien, auch NC-unabhängige, eine große Rolle.

Die zentrale Vergabestelle ist bundesweit und vergibt die Studienplätze zu 20 Prozent je nach Abiturdurchschnitt. Andere 20 Prozent werden nach Wartezeit vergeben und 60 Prozent nach den jeweiligen Auswahlkriterien der Universitäten. Am besten ist es immer, sich an so vielen Universitäten wie möglich zu bewerben und flexibel zu sein, was den Studienort angeht. Das erhöht die Chancen für einen der begehrten Studienplätze in Deutschland.

An insgesamt 35 staatlichen Hochschulen und an einigen privaten Hochschulen wird das Studium der Humanmedizin angeboten. Wer nicht gleich genommen wird, sollte sich immer wieder bewerben.

In der Wartezeit absolvieren viele angehende Studenten auch eine Ausbildung im medizinischen Bereich. Je nach Universität ist der Studienbeginn meist zum Winter-, Sommer- oder auch in beiden Semestern möglich.

Es gibt auch eine Möglichkeit, sich ohne den geforderten NC der zentralen Vergabestelle für das Medizin-Studium zu bewerben. Das funktioniert am besten, wenn man sich direkt bei der jeweiligen Universität bewirbt. Es gibt ein paar Universitäten, die eine begrenzte Anzahl von Studienplätzen vergeben, indem vorab persönliche Bewerbungsgespräche geführt und Eignungstests durchgeführt werden.

Staatliche Universitäten

  • RWTH Aachen
  • Charité Berlin
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • TU Dresden
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Friedrich-Alexander-Universtität Erlangen-Nürnberg
  • Uni Duisburg-Essen
  • Johann-Wolfgang-Goethe-Uni Frankfurt a.M.
  • Albert-Ludwigs-Uni Freiburg
  • Justus-Liebig-Uni Gießen
  • Georg-August-Uni Göttingen
  • Ernst-Moritz-Arndt-Uni Greifswald
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Universität Hamburg
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Christian-Albrechts-Universität Kiel
  • Universität Köln
  • Universität Leipzig
  • Universität Lübeck
  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg Mannheim
  • Philipps-Universität Marburg
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
  • Universität Regensburg
  • Universität Rostock
  • Universität des Saarlandes Homburg
  • Eberhard-Karls-Universität Tübingen
  • Universität Ulm
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Private Hochschulen

  • Universität Witten/Herdecke
  • Medizinische Hochschule Brandenburg
  • Paracelsus-Universität Nürnberg
  • Kassel School of Medicine

Was erwartet uns in der Ausbildungszeit?

Jedes Medizin-Studium beginnt mit dem Grundstudium, welches, wie bereits erwähnt, 12 Semester dauert. Im Studium bildet die Radiologie eines von insgesamt 12 Querschnittfächern, welches sich wiederum aus unterschiedlichen Einzelveranstaltungen und gegebenenfalls Praktika zusammensetzt.

Die Radiologie ist ein wichtiger Bestandteil des Studiums, denn jeder Arzt – egal aus welchem Fachbereich – muss mit radiologischen Bildern umgehen und entsprechende Diagnosen erkennen und stellen können.

Deshalb werden im Querschnittfach diagnostische, therapeutische und wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet, die Bildgebung durch Strahlung und Wellen näher beleuchtet sowie die Grundlagen, Möglichkeiten und vor allem Gefahren erarbeitet. Während dem gesamten Studium werden immer wieder Vorlesungen und Kurse gegeben, die sich mit der Anwendung und Interpretation von radiologischen Verfahren beschäftigen.

Ein Bestandteil des Fachs ist zudem der Strahlenschutz. Oftmals soll auch ein Praktikum parallel zum Studium absolviert werden, um das erlernte Grundlagenwissen weiter zu vertiefen.

Beendet wird das Studium mit einer Prüfung, bei der man die Approbation erlangt und für das Facharztstudium zugelassen wird. Spätestens nach dem Grundstudium sollte sich jeder Absolvent entschieden haben, welche Facharztrichtung er einschlagen möchte. Eine Option wäre die Facharztausbildung zum Radiologen.

Die Ausbildung dauert weitere fünf Jahre und endet ebenfalls mit einer Prüfung. Um die Prüfung anzutreten, muss der Assistenzarzt für Radiologie eine vorgeschriebene Anzahl an selbstständig durchgeführten Untersuchungen und Diagnosen absolviert haben.

Das Fach des Radiologen verlangt laut Approbationsordnung Leistungsnachweise, sogenannte Scheine, für die Prüfungszulassung. Die Anzahl und der Wert der Scheine sind in der Regel in der jeweiligen Studienordnung der Universität geregelt.

Auch Art und Umfang der Seminare, Kurse, Klausuren, Vorlesungen und Praktika sind keiner bundesweiten Regelung unterlegen und von Universität zu Universität unterschiedlich.

Während der Facharztausbildung promovieren viele angehende Ärzte, um den Titel Dr.med. zu erhalten. In der Zeit der Facharztausbildung für Radiologie durchlaufen die Assistenzärzte verschiedene Bereiche einer Röntgenabteilung. Sie werden nach und nach mit den bildgebenden Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten betraut und lernen alles über die Strahlenschutzmaßnahmen.

Bei der Facharztausbildung geht es um „Learning by doing“. So wird unter anderem vermittelt, wie man Röntgenaufnahmen richtig beurteilt, wie man Befunde verfasst und Patienten über Untersuchungen und Risiken aufklärt, bevor man sie durchführt.

Während des Grundstudiums und der Facharztausbildung werden zwar die grundlegenden Techniken sowie verschiedene Verfahrensmöglichkeiten vermittelt, aber es bleibt bei den Grundlagen. Das radiologische Wissen, auf das es ankommt, lernt man erst durch langjährige Erfahrungen.

Viele Absolventen entscheiden sich während oder nach der Facharztausbildung zum Radiologen dafür, sich noch weiter zu spezialisieren.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Auch innerhalb einer Facharztausbildung zum Radiologen hat man die Möglichkeit, sich weiter zu spezialisieren. Durch Weiterbildungen kann man verschiedene, weitere Zusatzbezeichnungen und Spezifikationen erwerben, wie die Bezeichnungen der Betriebs-, Sozial oder Notfallmedizin. Besonders beliebt zeigt sich immer wieder die dreijährige Spezialisierung auf die Kinderradiologie.

Hierbei geht es nicht nur um die diagnostischen Fähigkeiten, sondern auch sehr um zwischenmenschliche und empathische Herausforderungen. Weitere Möglichkeiten sind die Neuroradiologie, die Strahlentherapie, die Nuklearmedizin sowie die interventionelle Radiologie. Letztere ist noch relativ neu, aber wird immer beliebter.

Sie vereint die Radiologie mit der Chirurgie auf besondere Weise. Bei der interventionellen Radiologie kann der Radiologe über minimalinvasive, operative Eingriffe beim Patienten Diagnosen stellen.

Durch die ständige Weiterentwicklung des Fachbereichs Radiologie kann man auch immer wieder Fortbildungen besuchen, beispielsweise zum Thema Untersuchungen bei Früh- und Neugeborenen, in der Kinderradiologie oder zum Thema Mammografie.

Alternative: Neuroradiologe

Eine Spezialisierung, die ich etwas näher erläutern möchte, ist die Neuroradiologie. Dieses Fach ist ein Teilgebiet der Radiologie und man kann sich währen der Facharztausbildung darauf spezialisieren. Die Weiterbildung kann an Universitätskliniken oder größeren Krankenhäusern absolviert werden.

Hierbei geht es vorrangig um das Nervensystem und dessen Darstellung und Beurteilung durch Bildgebungsverfahren. Angewandt werden hier vor allem die Magnetresonanztomografie (MRT), die Computertomografie (CT) sowie die Sonografie.

Aber auch interventionelle Methoden werden immer häufiger angewendet.

Die Neuroradiologie beinhaltet folgende Verfahren:

  • Röntgenuntersuchungen
  • CT
  • Schädelbasis-CT (CCT)
  • CT-Angiografie von Kopf und Hals
  • CT-Perfusion (bei Tumoren oder Schlaganfällen)
  • Felsenbein CT
  • Virtuelle Otoskopie
  • Kernspintomografie (MRI)
  • MRT
  • Diffusionsbildgebungsverfahren
  • Perfusionsbildgebungsverfahren
  • Funktionelle MRT
  • Diffusion Tensor Imaging
  • Traktografie
  • Magnetresonanzspektroskopie
  • Angiografie
  • Sonografie (Ultraschall)
  • Myelografie

Welchen Abschluss hat man als Radiologe?

Das Medizin-Studium ist eines der einzigen Studiengänge, die noch nicht auf das Bachelor-Master-System umgestellt wurden. Der Abschluss im Medizin-Studium ist daher grundlegend das Staatsexamen. Das zweite Staatsexamen wird verlangt, wenn man wirklich Arzt werden möchte.

Abgelegt wird die Prüfung am Ende der 12 Semester. Das Staatsexamen gilt als sehr anspruchsvoll. Es besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

Die Doktorarbeit kann hingegen schon während des Studiums begonnen werden. Sie ist vom Umfang her mit einer Bachelorarbeit vergleichbar. Viele angehende Ärzte entscheiden sich nach dem Studium, zu promovieren.

Eine Promotion ist nicht zwingend notwendig, wenn man Arzt werden möchte. Aber sie beinhaltet den Titel „Dr.“ und ist deshalb von vielen bevorzugt.

Mein Erfahrungsbericht über die Facharztausbildung?

Natürlich habe ich mich vorab damit beschäftigt, was andere Assistenzärzte zu ihrer Ausbildungszeitsagen. Dabei hab ich festgestellt, dass sich deren Erfahrungen mit meinen weitestgehend decken.

Jeder von uns kennt noch genau das Gefühl, die Qual der Wahl zu haben:
Was möchte ich für ein Arzt werden?
In welche Fachrichtung sollte ich gehen?

Allerdings ist es beim Radiologen nicht selten, dass diese Entscheidung schon recht früh fällt. Gerade bei komplexen, diagnostischen Fachbereichen wie der Radiologie merkt man im Studium recht schnell, ob es einem liegt oder eben nicht.

Es gibt die angehenden Ärzte, die lieber praktisch arbeiten und viel Patientenkontakt haben möchten. Und es gibt uns: die angehenden Radiologen, denen die diagnostische Arbeit mehr Spaß macht. Schon zu Beginn meiner Assistenzarzt-Zeit stellte ich fest, dass mir garantiert nicht schnell langweilig werden wird.

Der Alltag ist sehr abwechslungsreich, oft auch unvorhergesehen und spannend. Man entwickelt nach und nach ein immer besseres „detektivisches“ Gespür und das Suchen nach Diagnosen und Möglichkeiten macht Spaß.

Faszinierend finde ich immer wieder den Blick in das Innere des Körpers, ohne diesen erst aufschneiden zu müssen. Über eine Vielzahl von bildgebenden Verfahren und Möglichkeiten bekomme ich schnell Einblicke in die Gesundheit eines Patienten und helfe dabei, die passenden Therapien zu finden.

Ich kann Verdachtsfälle absichern oder auch entkräften, indem ich selbst diagnostisch eingreife und mir ein Bild vom Inneren des Patienten machen kann. Was ich besonders toll finde ist das „mitten drin“.

Ich arbeite wirklich an einer Schnittstelle und interdisziplinär mit vielen anderen Bereichen und Kollegen zusammen. Auch wechseln die Patienten und deren Krankheitsbilder immer wieder, so dass es nicht langweilig wird.

Mein Wissen kann ich somit immer weiter ausbauen und fach umfassend anwenden. Auch wenn ich bei der späteren Therapie und einer langfristigen Betreuung der Patienten nicht mehr dabei bin, habe ich doch das Gefühl, einen wichtigen Beitrag zur Genesung zu leisten.

Was mir besonders gefällt, ist die Tatsache, dass ich als Radiologe auch Zukunftspotenzial habe.
Dadurch, dass sich die Methoden und Verfahren immer weiter entwickeln und ich mich immer weiter- und fortbilden kann, wird es nie eintönig. Auch die Arbeitszeiten sind recht gut geregelt, so dass ich auch als Arzt meinen Alltag besser planen kann.

Allerdings weiß ich von Kollegen, dass die Arbeitszeit vom Arbeitsort abhängig sein kann. Viele Kollegen, die in einer Klinik arbeiten, haben meist mehr als 40 Arbeitsstunden pro Woche und müssen ab und zu auch am Wochenende arbeiten.

In Praxen hingegen gibt es geregelte Arbeitszeiten, die in der Regel grob eingehalten werden. Zudem sind sie am Wochenende zu und Notdienste gibt es auch nicht. Wer einen Arbeitsort mit geregelten Arbeitszeiten findet, kann seinen Beruf später auch sehr gut mit der Familie und dem Privatleben vereinbaren.

Die Teleradiologie wird zudem immer weiter ausgebaut, bei der man auch von Zuhause aus Befunde auswerten kann. Ich persönlich finde es gar nicht so schlimm, dass ich nicht allzu viel mit den Patienten zu tun hab.

Ich bin ja im Prinzip nur ein Durchgang für die meisten Patienten, aber finde das umso spannender und abwechslungsreicher. Das einzige, woran man sich eventuell gewöhnen muss, ist, dass man überwiegend im Dunkeln arbeitet und auch Schreibkram häufiger getätigt werden muss, beispielsweise wenn ich Befunde schreibe.

Auch sollte man unbedingt über eine gute Konzentrationsfähigkeit verfügen. Es ist enorm wichtig, dass wir als Radiologen nichts übersehen und genau hinsehen. Zum Glück verfüge ich schon über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und mein Wissen über die Anatomie des Menschen konnte ich mir im Grundstudium schnell aneignen.

Nach dem Studium

Wer das Studium der Medizin und die Facharztausbildung zum Radiologen erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann in ein sehr innovatives und zukunftsorientiertes Berufsleben als Radiologe starten.

Die Verfahren und Techniken werden stetig weiterentwickelt und Patienten und Radiologen haben optimale Möglichkeiten mit der moderner werdenden Technik alle Möglichkeiten einer Diagnose auszuschöpfen. Immer neue Fortbildungen oder Spezialisierungen im Fachbereich machen den Beruf alles andere als langweilig oder eintönig.
Die Berufsaussichten für Radiologen sind – auch hinsichtlich des Fachärztemangels in Deutschland – sehr gut.

Besonders junge Ärzte, die über erste praktische Erfahrungen verfügen, haben sehr gute Chancen, Erfolg zu haben. Zumal der Mangel an Fachärzten die besten Einstellungschancen in Praxen und Kliniken versprechen.

In welchen Bereichen können Radiologen arbeiten?

Radiologen sind überall dort gefragt, wo das Wissen über elektromagnetische Strahlung zu Behandlungs- und Untersuchungszwecken wichtig ist. Viele Radiologen arbeiten nach ihrem Studium und der Ausbildung im angestellten Verhältnis, oder aber auch selbstständig mit eigener Praxis.

Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo auch elektromagnetische Strahlung zum Einsatz kommt – denn die kann immer besser viele Krankheiten diagnostizieren und den Weg zu einer passenden Behandlung und Therapie ebnen.
Radiologen behandeln Erwachsene und Kinder gleichermaßen und führen am häufigsten Röntgenaufnahmen, CTs, MRTs, Sonografien und Mammografien durch.

Diejenigen, die sich auf die Arbeit mit Kindern spezialisieren und als Kinderradiologen arbeiten, haben viel mit Kindern, Jugendlichen aber Säuglingen und Babys zu tun. Überwiegend arbeiten die Fachärzte der Radiologie in Krankenhäusern, Kliniken, Praxen und Rehabilitationskliniken.

Selbstständig arbeiten sie in Fachpraxen oder der eigenen Praxis. In Krankenhäusern und Kliniken sind Radiologen meist fest angestellt.

Die Aufgaben eines Radiologen

Die Aufgaben eines Radiologen sind abhängig von Arbeitsort und eventueller Spezialisierung. Meist überweist der Hausarzt den Patienten zum Radiologen. Auf der Überweisung steht geschrieben, welche Untersuchung notwendig ist, um die benötigte Diagnose zu finden.

Meist finden Patienten den Weg zum Radiologen, wenn der Verdacht auf bös- und gutartige Tumorerkrankungen und inneren Verletzungen besteht. Auch bei Knochenbrüchen, inneren Blutungen oder zur Aufnahme des Kopfes und des Gehirns gibt es meist eine Überweisung zum Radiologen.

Wird zum Beispiel vermutet, dass ein Gliedmaßen gebrochen ist, ist der Radiologe dafür verantwortlich, auf dem Röntgenbild herauszufinden, ob und wenn ja, an welcher Stelle die Fraktur besteht. Er entscheidet im Anschluss auch, ob eine Operation notwendig ist oder ob ein Gipsverband genügt.

Bei CT- und MRT-Untersuchungen wird dem Patienten meist ein Kontrastmittel injiziert oder oral verabreicht. Das sorgt dafür, dass der Radiologe auch kleine Blutgefäße auf dem Monitor einfach und schnell erkennt. Hierbei ist auch Wissen über den Strahlenschutz von großer Bedeutung, da die Strahlenbelastung beim CT und MRT sehr hoch ist.

Was verdient ein Radiologe?

Dass Ärzte gutes Geld verdienen, denken ja viele. Aber dass das Gehalt auch von der Fachrichtung und dem Arbeitsort abhängt, bedenken dabei wenige. Als Radiologe verdient man aber recht gut, weil es einen Fachärztemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt und die Berufsaussichten recht gut aussehen.

Auch bestehen aus diesem Grund sehr gute Einstellungschancen. Das Einstiegsgehalt besteht in der Regel aus einem Festbetrag. Je nachdem, wo man arbeitet, können Sonderzahlungen hinzukommen, zum Beispiel bei Bereitschaftsdiensten oder Notdienst. Im Durchschnitt verdient ein Radiologe zum Berufseinstieg ein Jahresgehalt von ungefähr 58.000 Euro bis 73.000 Euro brutto.

Das bedeutet, dass man mit 4.800 Euro bis 6.100 Euro brutto monatlich rechnen darf. Und das ist durchaus gutes Geld, vergleicht man es mit anderen Berufen.
Im Laufe der Karriere und mit steigender Berufserfahrung kann man später auch mehr Geld verdienen. Das gilt vor allem auch für Radiologen, die sich spezialisiert haben. Nicht selten wartet auf der Karriereleiter irgendwann die Stelle als Oberarzt.

Da dieser Posten mehr Verantwortung mit sich trägt, bietet er auch mehr Möglichkeiten in Bezug auf das Gehalt. Durchschnittlich verdient man als Oberarzt der Radiologie 108.000 Euro brutto jährlich, also circa 9.000 Euro brutto monatlich.

Noch mehr Jobchancen hat man, wenn man auf den Posten eines Chefarztes hinarbeitet. Chefärzte der Radiologie gelten bisher als bestverdienende Ärzte des Landes. Sie verdienen im Schnitt 200.000 Euro bis 560.000 Euro brutto jährlich, also 16.000 Euro bis 46.000 Euro brutto im Monat.

Diese Zahlen gelten allerdings für festangestellte Radiologen, die in Kliniken oder Krankenhäusern tätig sind. Niedergelassene, selbstständige Radiologen verdienen aber ebenso gut, zählen sie auch zu den Topverdienern mit den besten Berufsaussichten.

Hierbei darf man nur nicht vergessen, dass niedergelassene Radiologen auch anfallende Kosten tragen müssen, wie beispielsweise Sozialversicherungen und betriebswirtschaftliche Kosten.